Nach 12 Jahren Odyssee im Ausland ist das Ölgemälde „Bildnis Wally“ des expressionistischen österreichischen Malers Egon Schiele wieder in Wien. Es soll heute Morgen mit einem Flugzeug der AUA (Austrian Airlines) am Flughafen Wien-Schwechat eintreffen und am Montag im Wiener Leopold Museum bei einer Pressekonferenz feierlich enthüllt und ausgestellt werden. Das Bildnis von „Wally“ (Walpurga Neuzil, 1912, Geliebte Egon Schieles) ist danach bis Ende August im Erdgeschoss im sogenannten „Schiele-Bereich“ zu sehen. Das Gemälde stand seit 1998 im Mittelpunkt eines Rechtsstreits zwischen den USA und der Wiener Leopold Museum Privatstiftung, der im Juli dieses Jahr friedlich beigelegt wurde. Schiele hatte mit Wally 1911 in Krumau (Cesky Krumlov) in wilder Ehe zusammengelebt, übersiedelte im gleichen Jahr im Herbst nach Neulengbach bei Wien, wurde dort 1912 wegen angeblichen Missbrauchs einer Minderjährigen angezeigt und zu 3 Tagen Haft verurteilt. 1912 übersiedelte er dann nach Wien und heiratete 1915 Edith Harms. Dennoch wollte er die Beziehung zu Wally fortsetzen, diese lehnte jedoch ab. Sie starb 1917 im Krieg an einer ansteckenden Krankheit als Krankenschwester in Dalmatien. Nach 2maligem Besitzerwechsel ging das „Bildnis Wally“ ins Eigentum der jüdischen Besitzerin der Kunstgalerie Würthle in Wien, Lea Bondi-Jaray, über. Nach deren Arisierung 1938 war es im Besitz des Salzburger Kunsthändlers Friedrich Welz, wo es 1945 von den amerikanischen Besatzern konfisziert und 1947 zusammen mit Werken aus dem Besitz von Dr. Heinrich Rieger an das Bundesdenkmalamt abgegeben wurde. Aus dieser Situation heraus entstand ein Irrtum und das „Bildnis Wally“ ging 1950 mit den anderen aus dem Besitz von Rieger stammenden Werken an Riegers Erben. Noch im gleichen Jahr wurde es an die Österreichische Galerie Belvedere verkauft. Lea Bondi-Jaray hatte angeblich den Kunstsammler Rudolf Leopold (geb. 1925, starb 2010) gebeten, ihr bei der Rückerlangung des Kunstwerks zu helfen. Dieser erwarb es jedoch selbst im Jahr 1954 von der Galerie Belvedere. 1998 wurde es nach einer Ausstellung im New Yorker Museum of Modern Art als „Raubkunst“ beschlagnahmt, danach ging der Rechtsstreit los. Nach allen Turbulenzen um das Ölgemälde ist dieses nun endlich sozusagen wieder in seiner Heimat angelangt und kann von Schiele-Fans demnächst wieder in Österreich in der Privatstiftung Leopold bewundert werden.
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