Durch die anhaltenden und sich weiter ausbreitenden Wald- und Torfbrände in Russland steigt nun auch das Risiko atomarer Gefahren. In den gefährdeten Gebieten befinden sich z.B. das radioaktiv belastete Tschernobyl (Ukraine), wo sich am 26.4.1986 im Kernkraftwerk eine Katastrophe (sog. Super-GAU, also Größter Anzunehmender Unfall) ereignet hat. Durch das Feuer könnten radioaktive Partikel aufgewirbelt werden und in die Atmosphäre dringen. Ein Atommüllaufbereitungszentrum ist ebenso gefährdet. In Majak (bei Osersk im Ural), wo gleichzeitig atomarer Müll gelagert wird. Dort wurde bereits der Ausnahmezustand ausgerufen. Aber auch das Kernforschungszentrum Sneschinsk (ebenfalls im Ural gelegen) sowie Sarow sind noch immer nicht aus der Gefahrenzone. Zusätzlich treten immer wieder Probleme durch die von den Großbränden zerstörten Stromleitungen auf. Wenn in einem Reaktor die Kühlung ausfällt, müssen die Brennstäbe weiterhin gekühlt werden, da sie sonst zu hohe Temperaturen erreichen und somit außer Kontrolle geraten. Fällt das Notsystem zur Kühlung aus, könnten hier ernsthafte Probleme auftreten und im schlimmsten Fall ein Super-Gau entstehen. Österreich liegt zwar weit weg von den durch Brände atomar gefährdeten Gebieten, es könnten aber auch hier – wie bei Tschernobyl vor rund 24 Jahren auch – Auswirkungen zu spüren sein. Auch heute noch sind z.B. Pilze und Fleisch von Wild stark radioaktiv belastet. Die radioaktive Gefahr wirft nun auch wieder die Frage auf, wie sinnvoll Atomenergie für die Zukunft ist, da sie der Mensch im Ernstfall wie bei den derzeit wütenden Bränden (noch immer über 500 Brandherde in Russland) nicht unter Kontrolle hat.