Gestern Abend haben sich neuerlich Demonstrierende in Stuttgart (D) zusammengefunden, um gegen das Milliarden-Bahnhofsprojekt „Stuttgart 21“ zu demonstrieren. Diesmal versammelten sich insgesamt rund 100.000 Menschen, die Protestaktion verlief friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle. Der neue Bahnhof soll rund 4,1 Milliarden Euro kosten, der Bahnhof Stuttgart wird dabei in einen unter der Erde liegenden Durchgangsbahnhof umgebaut und eine Bahnverbindung zum Flughafen geschaffen, bei der auch eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den Orten Ulm und Wendlingen entstehen wird. Der oberste Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, meinte dass es kein Zurück gibt. Auch auf Seiten des „Aktionsbündnis gegen das Bahnprojekt Stuttgart 21“ sieht man nach den Vorfällen vom Donnerstag, bei denen es zahlreiche Verletzte gab, keine Chance auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen und lehnte ein klärendes Gespräch mit Baden-Württemberg Ministerpräsidenten Stefan Mappus ab. Die Fronten sind also verhärtet. Auf der einen Seite stehen die Befürworter des Bahnprojekts Stuttgart 21, die auch im Interesse der Wirtschaft und von Arbeitsplätzen handeln. Auf der anderen Seite die Demonstranten, die darin keinen Sinn erkennen, den bisherigen Bahnhof für ausreichend halten und auch die Natur bzw. die teilweise uralten Bäume auf dem Park-Gelände schützen wollen.