Im Ö1 Morgenjournal hat sich die Expertin für Pensionen, Christine Mayrhuber, dafür ausgesprochen, dass Firmen in Hinkunft 2 Jahre lang teilweise die Kosten dafür tragen müssen, wenn ihre Mitarbeiter krankheitsbedingt in Frühpension gehen. Dieses System gibt es bereits z.B. in Finnland und den Niederlanden. In Finnland gingen die durch Krankheiten bedingten Frühpensionierungen dadurch um 15 % zurück. Unser Kommentar: bei all diesen Überlegungen, die Kosten auf Firmen überzuwälzen bleiben jedoch noch einige andere Fragen offen. So z.B. welchen Sinn es ergibt, ältere Arbeitnehmer mit (leichteren oder auch schwereren) Erkrankungen nur deshalb länger im Betrieb zu behalten, weil sie sonst höhere Kosten verursachen würden. Außerdem könnte sich daraus eine weitere Problematik entwickeln, nämlich die noch schwierigere Wiedereinbindung für ältere Arbeitslose in den Arbeitsmarkt, da Firmen damit rechnen, dass ein älterer Arbeitnehmer eventuell erkrankt und damit zu einem hohen Kostenfaktor wird. Eine weitere „Kehrseite der Medaille“: schon jetzt haben Jugendliche und jüngere Arbeitnehmer oftmals große Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Dieser würde ihnen bei einer längeren „Behaltedauer von älteren Arbeitnehmern“ in den Betrieben noch schwerer zugänglich gemacht werden, da die älteren Arbeitnehmer damit die Arbeitsstelle länger behalten, auch wenn sie bereits unter Erkrankungen leiden.