Am heutigen Tag, dem 17.10.2010 wird der Internationale Tag für die Beseitigung der Armut begangen. Der 17. Oktober wurde ursprünglich 1992 bei der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum Internationalen Tag der Armut erklärt. Es geht vor allem um 3 Punkte. 1. Den Widerstand der Betroffenen gegen Elend und Ausgrenzung, 2. den Notleidenden und Ausgegrenzten Gehör zu verschaffen und mit ihnen zu sprechen und 3. sich mit ihnen dafür einzusetzen, dass die vorherrschenden Rechte für alle gelten. Dazu einige Fakten und Zahlen: rund 852 Menschen hungern weltweit, davon 815 Millionen in Entwicklungsländern, in denen 30.000 Kinder täglich (11 Millionen jährlich) infolge von Unterernährung sterben. Informationen über Schwangerschaftsverhütung, Versorgung mit schwangerschaftsverhindernden Medikamenten (Pille, Zählketten, etc.) greifen nicht richtig und bei weitem nicht in ausreichendem Ausmaß. Unendliches Elend, Kindersterblichkeit und vieles andere sind Folgen davon. Wir leben zwar gewissermaßen im Vergleich dazu auf einer „Insel der Seligen“, aber auch in Österreich ist Armut ein ernst zu nehmendes Thema, rund 1 Million Menschen hierzulande sind armutsgefährdet. Für viele besteht der Ausweg nur im Annehmen von mehreren Jobs, um wenigstens für den Lebensunterhalt aufkommen zu können, Familien vor allem mit mehreren Kindern zu gründen steht oftmals in weiter Ferne, weil man es sich schlichtweg nicht leisten kann. Zudem bildet die Einkommensschere und die damit verbundene Kluft zwischen Arm und Reich ein riesiges Problem. Auf der einen Seite die immer besser verdienenden Reichen und auf der anderen Seite diejenigen, die um ihre Existenz kämpfen und versuchen, sich mittels mehrerer Jobs „über Wasser“ zu halten. Die vormals starke Mittelschicht der gut Verdienenden, die auch die Wirtschaft in Schwung gehalten haben, wird zusehends dünner, was enorme und weitreichende menschliche und wirtschaftliche Probleme mit sich bringt. Hier ist auch die österreichische Politik, die derzeit in Budgetverhandlungen steht, erneut aufgefordert, rasch und zielgerichtet einzugreifen, keine zusätzlichen Belastungen für Betroffene zu entwerfen, sondern diese zu stärken und wieder für eine gesunde wirtschaftliche Mittelschicht zu stehen.