Der Insolvenzrichter von Lehman Brothers in den USA hat einen 2200-seitigen Untersuchungsbericht veröffentlicht, in dem nunmehr brisante Details zu Tage treten. So war die Investmentbank angeblich schon lange vor der Bekanntmachung der Insolvenz im September 2008 pleite. Es ist davon die Rede, daß sich Probleme bereits bis zu einer Zeitspanne von einem Jahr vor dem Crash abzeichneten. Mittels Bilanztricks soll die Zahlungsunfähigkeit der Bank verschleppt worden sein, so wurden im ersten Halbjahr 2008 insgesamt 366 Milliarden Euro (zum jetzigen Zeitpunkt umgerechnet) aus der Bilanz ausgelagert, wodurch der Eindruck entstand, daß die Verschuldung sich verringert hätte. Dadurch wurden monatelang Kunden, Geschäftspartner und auch die Aufsichtsbehörden in die Irre geführt. Verantwortlich wären laut Valukas der ehemalige Lehman-Chef Richard Fuld und drei Finanzdirektoren. Auch die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hätte versagt. Als unter anderem JP Morgan und die Citigroup von Lehman Brothers erhöhte Sicherheiten sowie geänderte Garantiebedingungen für neue Kredite verlangte, kam es zur Pleite mit einem Verschuldungsvolumen in Höhe von 439 Milliarden Euro. Es gab zehntausende Geschädigte, darunter viele Kleinanleger. Mehrere kleine Finanzinstitute wurden in der Folge ebenfalls insolvent, viele Staaten mussten der Finanzwirtschaft mit Milliarden an Unterstützung aus der Krise helfen. Die Recherche für den Bericht von Rechtsanwalt Anton Valukas und seinen Assistenten nahm mehr als ein Jahr in Anspruch, es wurden Berge von Dokumenten gesichtet sowie zahllose Gespräche geführt. Wie geht es Euch damit, wenn Ihr von derartigen Tricks hört?