Alfons Mensdorff-Pouilly, der Mann von ÖVP-Politikerin Maria Rauch-Kallat, ist laut der britischen Anti-Korruptionsbehörde SFO (Serious Fraud Office) in London nach einer Einvernahme festgenommen worden. Mensdorff-Pouilly wird Verschwörung zur Korruption („conspiracy to corrupt“) im Zusammenhang mit Bestechungsgeldern betreffend den Verkauf des Abfangjägers SAAB/Gripen nach Tschechien, Ungarn und Österreich vorgeworfen. Mensdorf-Pouilly war Berater des britischen Rüstungskonzerns BAE, welcher z.B. auch am Verkauf von Eurofighter Kampfjets an das österreichische Bundesheer beteiligt ist. Bereits 2008 hatten die britischen Behörden ein Rechtshilfeansuchen an Österreich gestellt in dessen weiterer Folge es zu Hausdurchsuchungen in seinem Haus in Luising (Burgenland) und einigen Monaten U-Haft im Frühjahr 2009 kam. Der Rüstungslobbyist wird nun bis 5.2. in Verwahrungsgewahrsam bleiben, dann könnte er eine Freilassung gegen Kaution beantragen. Offen ist noch, ob er danach Großbritannien wird verlassen dürfen. Am 26.2. soll es zu einer weiteren Einvernahme kommen. Sein Rechtsanwalt zeigte sich über die Festnahme überrascht. Wie denkt Ihr über diese Angelegenheit? Ist es im speziellen Fall bedenklich, dass ein Berater einer Rüstungsfirma mit einer österreichischen Politikerin verheiratet ist, oder kann man familiäre Bande getrost beiseite lassen?