Nach den Wiener Wahlen und dem enormen Stimmverlust der ÖVP wird bei dieser nun Ursachenforschung betrieben. Als Gründe für das schlechte Abschneiden werden auch parteiintern Fehler im Wahlkampf-Marketing zugegeben, Landesparteiobfrau Christine Marek wäre nicht genügend mit ihren Stärken dargestellt worden. Der ehemalige Landesparteiobmann Bernhard Görg sieht eine Unvereinbarkeit zwischen der Stellung der ÖVP als Landespartei und der Koalitionsrolle in der Bundesregierung mit der SPÖ. Fernab von den Wahlanalysen hat sich in Wien speziell im Arbeiterbezirk Simmering (11. Bezirk) gezeigt, dass trotz einem sehr hohen Ausländeranteil in der Bevölkerung und den Prognosen, dass diese vorwiegend die SPÖ wählen würden, gerade dort nun die meisten Menschen ihre Stimme nicht mehr den Roten gegeben haben. Ein interessantes Phänomen taucht auch dort immer wieder auf: Ausländer, die schon länger hier in Österreich wohnen, wollen keinen weiteren und schon gar keinen ungehinderten Zuzug aus dem Ausland mehr. Der Plafond ist in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sozusagen erreicht und Parteien, die dem Rechnung tragen, werden (wie die FPÖ unter H.C. Strache) auch in Zukunft mit regem Wählerstimmen-Zustrom rechnen können.
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