Die Natascha Kampusch-Biografie „3096 Tage“ (Verlag List) ist ab heute im Handel erhältlich. Auf rund 280 Seiten schildert das ehemalige Entführungsopfer, das 1998 als 10jährige auf dem Weg zur Schule von seinem Entführer Wolfgang Priklopil aus Strasshof an der Nordbahn (Niederösterreich) gekidnappt wurde, die Stationen Ihres Leidensweges und Details aus ihrer Gefangenschaft, die insgesamt 3096 Tage dauerte. Priklopil hatte sie in einer Art kleinem Kellerverlies gefangen gehalten. Die heranwachsende junge Frau konnte sich nur durch Nachrichten weiterbilden, was ihr im Hinblick auf die Umstände ihrer Gefangenschaft sehr gut gelungen ist. Sie drückt sich gewählt aus und versucht trotz der schrecklichen Dinge, die ihr widerfahren sind (Hammerschläge mit einem schweren Hammer und Schläge mit Fäusten in die Magengegend, Fausthiebe, Tritte, Würgeversuche, psychische Einschüchterung durch angebliche Sprengfallen bei Fluchtversuchen, etc.) und die vermutlich kaum jemand wirklich nachvollziehen kann, ihr Leben zu meistern. Natascha Kampusch (22) bezeichnet sich selbst nunmehr auch als stark genug, die ganze Geschichte zu erzählen. Mit dem Buch möchte sie auch einer „spießigen, bürgerlichen Gewalt“ eine Art Spiegel vorhalten. Nach Auftritten des Entführungsopfers in der Öffentlichkeit gab es auch Menschen, die nach anfänglichem Mitleid danach mit Neid, Mißgunst und offener Anfeindung reagierten. Als Kampusch im August 2006 flüchten konnte, nahm sich der Entführer nach stundenlanger Flucht schließlich das Leben.