25 Jahre nachdem er von der kommunistischen Geheimpolizei ermordet wurde wird heute die Seligsprechung des polnischen katholischen Priesters Jerzy Popieluszko stattfinden. Er war Seelsorger für die Warschauer Stahlarbeiter und hatte sich in seinen Predigten mutig zur damaligen Regierung, zum 1981 verhängten Kriegsrecht in Polen und zum Verbot der Gewerkschaft Solidarnosc geäußert. Popieluszko wurde 1983 verhaftet, jedoch wieder amnestiert. Im Alter von nur 37 Jahren wurde er am 19.10.1984 von 3 Offizieren des polnischen Staatssicherheitsdienstes „Sluzba Bezpieczenstwa“ entführt und im Verhör mit Holzknüppeln zusammengeschlagen, Steine wurden an seine Füße gebunden, danach ertränkten ihn die Offiziere im Weichsel-Stausee bei Wloclawek, wo man seinen Leichnam am 30.10.1984 fand. Da Popieluszkos Fahrer flüchten konnte, wurden die Täter in der Folge festgenommen. Diese wurden zu Freiheitsstrafen zwischen 10 und 25 Jahren verurteilt, die jedoch später abgemildert wurden. In weiterer Folge kam es zu Verdächtigungen in politischen Kreisen, wonach General Wojciech Jaruszelski in Geheimpapieren bereits 1984 den damaligen Innenminister Miroslaw Milewski als Hintermann und Drahtzieher verdächtigte, der jedoch Rückhalt durch den damals einflussreichen sowjetischen Geheimdienst KGB erhielt. Kaplan Jerzy Popieluszkos Seligsprechungsprozess wurde bereits 1997 von Papst Johannes Paul II. eingeleitet und ist mit der heutigen Seligsprechung in Warschau abgeschlossen. Popieluszko wurde der heroische Tugendgrad zuerkannt.